Kinder im letzten Kitajahr gestalten gemeinsam den Speiseplan
Was gibt es nächste Woche zu essen?
Im Kindergarten Wolgaster Straße ist das keine Entscheidung, die nur in der Küche fällt – sondern eine, bei der Kinder mitreden dürfen. Seit dem vergangenen Jahr trifft sich in der Kita zwischen Wedding und Prenzlauer Berg die „Schlemmerbande“: das sind die Kinder des letzten Kindergartenjahres, die gemeinsam den Speiseplan für die letzte Woche des Monats gestalten.
Schon der Einstieg ist etwas Besonderes. Im Begrüßungskreis kommen alle zusammen, tauschen sich aus und stimmen sich auf das Thema ein. Danach wird es lebendig: Geschichten rund ums Essen werden erzählt, begleitet von echten Lebensmitteln, die angeschaut, angefasst und ausprobiert werden dürfen. Es wird sortiert, gerochen, geschmeckt und sogar „eingekauft“ – etwa mit Rollbrettern, die kurzerhand zu kleinen Einkaufswagen werden. So entsteht ein Zugang zu Lebensmitteln, der alle Sinne anspricht und weit über das bloße Zuhören hinausgeht.
Kinder stimmen demokratisch ab
Der wichtigste Moment folgt am Ende jedes Treffens: die Entscheidung.
Welche Gerichte sollen auf den Speiseplan? Die Kinder stimmen demokratisch ab – mal mit Klebepunkten, mal mit Strichlisten, besonders gern aber mit kleinen Bällen, die in transparente Säulen geworfen werden. Schon auf den ersten Blick ist zu sehen, welches Gericht die meisten Stimmen bekommt.
Was hier passiert, ist mehr als Essensplanung. Die Kinder erleben, dass ihre Meinung zählt. Sie lernen, Entscheidungen zu treffen, Kompromisse einzugehen und Verantwortung zu übernehmen – und sehen ganz konkret, welche Wirkung ihr Handeln hat.
Die „Schlemmerbande“ ist damit ein echtes Stück gelebte Partizipation im Kita-Alltag. Und ganz nebenbei sorgt sie jeden Monat für neue Ideen auf dem Teller.
