Studierende aus Paris zu Gast bei KiB
Wie sieht der Kita-Alltag in Deutschland aus? Welche pädagogischen Ansätze prägen unsere Arbeit? Und was unterscheidet das deutsche Betreuungssystem vom französischen? Mit diesen Fragen kamen Studierende der Kindheitspädagogik aus Paris zu Besuch in zwei unserer Kindergärten.
Die Studierenden der EFPP (École De Formation Psycho-Pédagogique) befinden sich in der Abschlussphase ihres Studiums und bringen bereits erste Praxiserfahrungen mit. Im Rahmen einer Kooperation mit der Hochschule für Soziale Arbeit und Pädagogik (HSAP) in Berlin besuchten sie verschiedene Berliner Bildungseinrichtungen – darunter gleich zwei Kitas von Kinder in Bewegung: zunächst die Kita Tischlerzeile in Berlin-Britz und anschließend die Kita Kunterbunt im Wedding.
Unterschiedliche Strukturen in Deutschland und Frankreich
In der Kita Kunterbunt begrüßte Kitaleiter Sebastian Lehmann eine Gruppe von rund zehn Studierenden sowie eine Übersetzerin, die den fachlichen Austausch hervorragend begleitete. Er gab Einblicke in unser Bewegungskonzept, die Sprachförderung und den Kita-Alltag. Dabei ging es auch um die Besonderheiten des Sozialraums im Wedding. Schnell entwickelte sich daraus ein lebendiges Gespräch.
Die Studierenden interessierten sich für die Ausbildung und die Arbeitsbedingungen von Erzieherinnen und Erziehern in Deutschland. Es wurde über Fachkräftemangel, die unterschiedlichen Betreuungssysteme und die Kitapflicht gesprochen. Das Fazit war: Trotz unterschiedlicher Strukturen beschäftigen pädagogische Fachkräfte in beiden Ländern viele ähnliche Fragen.
Besonders spannend war der Blick auf den Sozialraum. Unser Kitaleiter zog Parallelen zwischen dem Umfeld der Kita Kunterbunt und Stadtvierteln in Paris. Themen wie Mehrsprachigkeit, ein hoher Migrationsanteil und unterschiedliche Bildungsvoraussetzungen der Familien wurden für die Studierenden dadurch greifbarer. So entstanden schnell Gespräche, bei denen beide Seiten ihre Erfahrungen einbringen konnten.
Wertvolle Begegnungen
Beim anschließenden Rundgang lernten die Gäste unsere offene Arbeit und die Funktionsräume kennen. Auch das naturnah gestaltete Außengelände wurde neugierig erkundet. Dort wurde nicht nur beobachtet – die Studierenden probierten die Spielgeräte selbst aus, schaukelten und rutschten. Für einen Moment waren alle wieder ein bisschen Kind.
Die Abschlussrunde war offen, herzlich und zeigte deutlich, wie wertvoll solche Begegnungen sind. Deshalb öffnen wir als Träger unsere Türen immer wieder gerne für Studierende und angehende pädagogische Fachkräfte. Die Praxis kennenzulernen, Fragen stellen zu können und miteinander ins Gespräch zu kommen, bringt alle Beteiligten weiter. Wir freuen uns, wenn wir dazu einen Beitrag leisten können – und natürlich über jeden Besuch, der den Blick über den eigenen Tellerrand ermöglicht.







