Kitaleitungen starten Marte-Meo-Fortbildung mit Markus Bach

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Wertschätzend kommunizieren, Entwicklung begleiten, Beziehungen stärken

Wie gelingt Kommunikation auf Augenhöhe? Wie können Gespräche wertschätzend, klar und entwicklungsfördernd gestaltet werden – mit Kindern, Teams und Eltern? Mit diesen Fragen beschäftigen sich aktuell 14 KiB-Kitaleitungen im Rahmen einer neuen Marte-Meo-Fortbildung in der Geschäftsstelle von Kinder in Bewegung.

Zum Auftakt am 8. Mai 2026 begrüßte KiB dafür einen besonderen Dozenten: Markus Bach, Gründer und Leiter des Marte Meo Instituts und langjähriger Experte der Methode, begleitet die Fortbildungsreihe über das gesamte Jahr hinweg. An insgesamt sechs Fortbildungstagen erhalten die Leitungen einen intensiven Einblick in die videobasierte Kommunikations- und Beratungsmethode. Am Ende steht ein Kolloquium mit Zertifikat zum „Marte Meo Practitioner“.

Kommunikation bewusst wahrnehmen

Am ersten Tag ging es zunächst darum, die Methode kennenzulernen und sich an die Arbeit mit der Kamera zu gewöhnen. Denn Marte Meo arbeitet mit kurzen Videoaufnahmen aus alltäglichen Gesprächs- und Interaktionssituationen. Gemeinsam werden diese Sequenzen analysiert – nicht mit Blick auf Fehler, sondern auf gelingende Kommunikation.

Gerade zu Beginn war die Kamera für einige Teilnehmende noch ungewohnt. Diese anfängliche Unsicherheit legte sich jedoch schnell. Stattdessen entstand ein konzentrierter Blick darauf, wie Gespräche wirken, wie Aufmerksamkeit gelenkt wird und welche Signale Menschen einander senden.

Mit Humor sprach Markus Bach dabei immer wieder vom „Gorilla“ – einem Störfaktor, der den Fokus im Gespräch vom Wesentlichen ablenken kann. Als während der Fortbildung die Fotografin den Raum betrat, kommentierte er schmunzelnd: „Da kommt unser Gorilla.“

Marte Meo: Entwicklung durch Beziehung

Marte Meo bedeutet übersetzt „aus eigener Kraft“. Die Methode wurde in den 1980er-Jahren von der Niederländerin Maria Aarts entwickelt und wird heute weltweit in pädagogischen, therapeutischen und sozialen Arbeitsfeldern eingesetzt.

Im Mittelpunkt steht eine ressourcenorientierte Haltung: Menschen sollen darin unterstützt werden, eigene Fähigkeiten wahrzunehmen und weiterzuentwickeln. Besonders in der Arbeit mit Kindern hilft Marte Meo dabei, feinfühlig auf Signale zu reagieren, Entwicklungsschritte zu erkennen und Beziehung bewusst zu gestalten.

Gleichzeitig lässt sich die Methode auch auf Führungs- und Teamprozesse übertragen – etwa in Personal- oder Konfliktgesprächen. Themen wie Präsenz, Empathie, Selbstregulation und ein wertschätzender Blick auf das Gegenüber spielen dabei eine zentrale Rolle.

Marte Meo hat bei KiB bereits einen festen Platz

Dass Marte Meo nun auch verstärkt in der Leitungsarbeit verankert wird, knüpft an eine langjährige Entwicklung bei KiB an. Die Methode wird von Fachberaterin für Bewegung Annette Röttger seit vielen Jahren empfohlen und begleitet. Sie ist ausgebildete Marte Meo Trainerin Plus.

Jedes Jahr werden bei KiB Pädagogische Fachkräfte von Annette Röttger zertifiziert. Bisher konnten 51 Pädagoginnen und Pädagogen ihre Practitioner-Zertifizierung abschließen.

Die Fortbildung für Leitungen erweitert diesen Ansatz nun gezielt um den Bereich Kommunikation und Führung. Ziel ist es, Gespräche bewusster zu führen, den Fokus auch in herausfordernden Situationen zu halten und Mitarbeitenden mit einer klaren Haltung zu begegnen: „Ich sehe dich.“

Wertschätzende Kultur des Miteinanders

Die Fortbildungsreihe läuft noch das gesamte Jahr und bietet den Leitungen die Möglichkeit, die Methode Schritt für Schritt in ihren Arbeitsalltag zu integrieren. Neben fachlichem Input stehen dabei vor allem praktische Übungen, Reflexion und die gemeinsame Weiterentwicklung der eigenen Kommunikationskompetenz im Mittelpunkt.

Mit der Marte-Meo-Fortbildung stärkt KiB damit nicht nur pädagogische Qualität, sondern auch eine wertschätzende Kultur des Miteinanders – in den Teams, in Gesprächen und in der täglichen Arbeit mit Kindern.